Ursache und Wirkung - DER SINN

Ursache und Wirkung - DER SINN

Es handelt sich auf diesen Seiten um von mir selbst verfassten Text, also gewonnen durch das persönlich Erfahrene, nicht aus Büchern entlehnt!

 

TAI -  bedeutet soviel wie Harmonie, Gleichgewicht, Mitte, das Höchste

CHI - bedeutet soviel wie Kraft, Energie

CHUAN - bedeutet Faust, Faust bedeutet Inhalt

 

Beides darf sein linker über rechtem Fuss oder umgekehrt, je nach Möglichkeit. Ebenso halber Lotus- oder birmanischer Sitz

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Tai-Chi gilt als eine in China entwickelte Kunst, basierend auf dem Wissen des I Ging und dem taoistischen Gedankengut . Der Austausch von erlangten Erkenntnissen wurde aber über die "Landesgrenzen" hinaus gepflegt. So ist Tai-Chi eigentlich nicht  ausschliesslich chinesichen Ursprungs. Viel mehr ist es wie ein Konzentrat aus Essenzen  des Austausches diverser "Länder". Ich, z.B. lehne mich mit Vorliebe an das TIBETISCHE Wissen über die Zusammenhänge. Das Prinzip von Ursache und Wirkung kennt keine Grenzen, gehört keiner einzelnen Kultur, darf aber von allen und allem gelebt und genutzt werden. Mir liegt viel daran, dieses als Ganzes zu vermitteln, statt es wie heute oft praktiziert, vom Inhalt amputiert als reines Tun zu "verkaufen". Der Inhalt ist ein wichtiger Teil für die Wirkung, etwa wie Nahrung. Aber das weiss jeder, dass ein inhaltloses Gefäss, eben nur ein Gefäss ist. 

Tai-Chi ist also vor vielen Jahrhunderten Schritt um Schritt entstanden. Sinn dieses Übens ist, den Körper und den Geist gleichermassen zu stärken, Gestützt auf das Naturgesetz, das Wissen der Meridiane, Chakras, Verbindung von Organen und Emotionen zueinander - Prinzip von Ursache und Wirkung, entstanden diese fliessenden Ausführungen. Sie  lehren uns mit den Elementen vertraut zu werden, wie z.B., Feuer, (Herz/Dünndarm),  Wasser (Nieren/Blase), Holz, ( Leber/Gallenblase), Erde (Milz/Magen) und Luft  (Lunge/Dickdarm), sowie den damit vernetzten Emotionen, in allen "Himmelsrichtungen " und allen "Jahreszeiten" oder "Lebensphasen".  So wurde Tai-Chi ein Weg um sich zu schützen vor inneren wie äusseren Angriffen. Man erkennt den Selbst-Verteidigungssinn in jeder Form. In der "Not" ähnelt schnell ausgeführtes Tai-Chi dem Kung-Fu sehr, sei es in der Ausführung, wie in der Wirkung.  Die Verwandtschaft ist auch nach Jahrhunderten noch klar sichtbar. Einen guten "Kämpfer" erkennt man auch daran, ob die Sinne und der Geist mit dem Körper im Gleichschritt des Augenblicks sind.

Der Körper dient als sichtbares "Mittel", welches durch die Handlung vor Augen führt was in unserem Innern aktiviert, unterstützt, entlastet, stärkt etc. Wir erkennen  durch unser Tun, unsere Körpersprache  also die inneren Vorgänge und Auswirkungen. Verbunden mit fliessender Atmung wird das Fühlen und die sichtbare Form der Technik zu einem Spiegel für uns selbst. Die Haltung wird frei und entfaltet sich von Innen. Die Handlung wird fliessend wie der Atem - eines führt zum andern. Wahrnehmung und Intuition werden wieder frei.

Rein körperlich stärkt Tai-Chi z.B. unsere Knochen, Gelenke, Sehnen, dehnt Muskeln (gute Spannkraft), verbessert und reguliert die Blutzirkulation und den Blutdruck, gute Durchblutung aller Organe, die Sauerstoffversorgung und Stoffwechsel - das Immunsystem wird gestärkt. Ausserdem erlangt man eine Stärkung der "Disziplin",  Konzentration, Gedächtnis, Selbstvertrauen und der Achtung auch der Selbstachtung durch Selbsterfahrung, Selbstbetrachtung, Selbsterkenntnis - es vermehrt die Ruhe und Gelassenheit - das Gleichgewicht entsteht, wie Innen so Aussen. Anspannung wird Entspannung, annehmen wird loslassen, Konzentration wird Meditation - alles dank der natürlichen Logik der Vernetzung von Körper, Geist und Sein. Ein gelöster Rücken wird im Austausch zum Nabel stark, ein entlastetes Kreuz belebt das Herz. Geschmeidigkeit in der Bewegung entsteht dadurch und lässt uns "aufrechte" , achtende Menschen sein.

Um aus diesem Inhalt zu schöpfen, bedarf es stetigem Üben über längere Zeit. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass man Tai-Chi nach ein paar Wochen  oder einem Kurs, kennt oder gar "beherrscht" um es zu "beurteilen". Tai-Chi kann  sich nur als Ganzes in unserem "Ganzen" frei und voll entfalten. Tai-Chi ist  wie das Leben, ein Weg und was oder wieviel wir erkennen bei jedem Schritt, in jedem Augenblick, schwingt in uns, und zeigt sich durch das Innere nach Aussen, verändert Haltung und Handlung - mit der Ruhe der Zeit. Jedoch beginnt bei jedem Schritt sich ein Teil des Ganzen zu zeigen.

Es gibt dabei Momente, da wird man vielleicht unbeherrscht, weil es sich nicht beherrschen lässt, Herrschsucht? Es gibt dabei Momente da man sich ohnmächtig fühlt, Machtgier? Wut statt Mut? Dabei erkennen wir "mühelos" ;o)  den Weg unserer Nerven, was uns veranlasst Spannung, Wut-Ausbrüche, Lähmung etc. zuzulassen und warum wir das tun.  Wir begegnen noch vielen andern Emotionen beim Lernen und jede ist wichtig, ändert die Haltung, ändert die Atmung, ändert die Handlung. Verständnis, Toleranz und Achtung finden wieder mehr Platz für uns "selbst" wie für unsere "Umgebung". 

Wir neigen dazu uns durch das Leben zu hetzen oder hetzen zu lassen. Jammern wie die Zeit rast, dabei rasen wir durch die Zeit. Wir bringen das Leben hinter uns, statt mitten drin zu sein. Selbst zu sein! "Schuld"  ist die Zeit, sagen wir. Doch der Grund liegt in uns selbst, in unserem Willen, Wollen, Können. Ein voller Kopf, der alles behalten will, wird schwer. Die Luft, der Atem ist ein guter Faden vom Grund bis zur Lösung. Atem geht durch den Kopf und strömt auch durch den Kopf wieder aus, nachdem er nicht nur das Hirn mit Sauerstoff versorgt hat, sondern den ganzen Körper. Der Weg dazwischen ist das Leben selbst, der Atem oder die Luft, die wir uns geben. So verhindern wir erfolgreich, nicht zu übersäuerten "Kopffüsslern" zu mutieren :O)

Wir sagen oft es sei naiv zu glauben, dass man von Luft und Liebe leben könne. Das mag wohl beschränkt so erscheinen.. Wir können aber auch zugeben, dass wir ohne Luft und Liebe niemals leben können. LEBEN ist eben mehr als nur Tun, Schein und Beherrschung, wenn wir es wirklich erfüllt durchleben möchten.

Tai-Chi erlernen kann jeder Mensch, der bereit ist sich selbst zu spüren, sich selbst zu erkennen, bereit ist auf dem Weg zu sein und ihn zu begreifen mit dem Körper, den Sinnen und dem Geist.

Eigentlich ist Tai-Chi nicht schwer zu erlernen, es besteht ja lediglich aus 13 Grundstellungen (5 Elemente und 8 Trigramme) und doch dauerts immerwährend dessen Inhalt und Wirkung zu erkennen, zu erweitern. Es wird eine einzige Form WU SHU was soviel bedeutet wie *unendlicher Fluss*.

Heute werden noch vorwiegend 4 der vielen Tai-Chi-Stile geübt: Chen, Yang, Wu  und Sun.  Der Inhalt, der Weg und die "Absicht" unterscheiden sich nicht. Lediglich die Form der Technik wird etwas verändert, zeigt sich .weiter, höher, tiefer oder mit  schnellen Kicks.

So wird durch Üben das Leben immer bunter, interessanter, reicher und leichter und die Spannkraft bleibt in der Bewegung, Schritt um Schritt, jeden Augenblick  - ACHTSAMKEIT 

So unendlich wie das Tai-Chi, die Form sich von Innen nach Aussen entfalten lässt, so unendlich könnte man darüber berichten. Doch Berichte ersetzen niemals die eigenen Schritte. Vielleicht aber geben sie Impulse ;o). Der Inhalt, den dieser Weg bietet ist unendlich wie der Horizont. Den Horizont nehmen wir dort wahr, wohin oder wie weit wir uns erlauben, zu "sehen" . Ich find es ganz einfach schön in "Bewegung" zu SEIN.

Corina